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TigerjagdWer kennt den Amur-Tiger nicht? Ist das nicht so ein Tiger, wie dieser in der Esso-Werbung? Genau!Bestimmt habt ihr mitgekriegt, wie die Tiger wegen ihres Felles gejagt werden, das auf den Schwarzmärkten für 4000 bis 10000 $ verkauft wird. Nun haben die Wilderer es auch auf die Knochen und andere Körperteile der Tiere abgesehen. 1 kg Knochen bringt schon 150 bis 300 $ ein und ein vollständiges Skelett sogar 10000 $. Nach asiatischer Medizintradition sollen Tränke aus Tigerknochen gegen Rheuma helfen, Pillen aus Tigeraugen Krämpfe und eine Suppe aus Tigerpenis die Impotenz lindern. Die Nachfrage bei den skrupellosen Händlern steigt. Jedes Jahr werden mit gefährdeten Tierarten bis zu sechs Millionen Dollar verdient. Nur Drogengeschäfte sind noch gewinnbringender. Im vergangenen Jahr, so schätzt der World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland, fielen 40 Amur-Tiger in die Fallen der Wilderer. Als ob das nicht schon genug wäre. Nein, man verringert sogar sein Territorium. War der Tiger früher vom Baikalsee über China und Korea bis in den fernen Osten Rußlands zu finden, so umfaßt sein Lebensraum jetzt nur noch 164000 km². Viel, sagt ihr! Aber ein Tiger benötigt ein Revier von mindestens 450 km², um genug Nahrung zu finden, 400 Tiere brauchen also 180000 km². Um die Jahrhundertwende streiften noch ca. 800 Tiger durch die Taiga und die Wälder auf der Jagd nach Beute, doch bis 1937 reduzierten die Jäger die Anzahl der Tiere auf weniger als 50 Exemplare! Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Tigerjagd in der Sowjetunion verboten. Deshalb erholte sich der Bestand auf 350 bis 400 Tiere. Aber mit dem Ende der Sowjetunion war auch Schluß mit dem Schutz für die Tiger.
14 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche setzen sich Tierschützer für die Tiger ein. Besonders die
AMBA-Soldaten, eine Anti-Wilderer-Einheit, die in den letzten zwei Jahren 14mal Wilderer zur Strecke
gebracht hat. Die AMBA-Soldaten blockieren wichtige Verkehrspunkte, stoppen jedes Fahrzeug und
durchsuchen es. Oft finden sie unregistrierte Waffen oder Nachtsichtgeräte, die mit Sicherheit für die
Tigerjagd bestimmt waren. Manchmal helfen auch Hinweise aus der Bevölkerung, die Wilderer zu überführen. Wissenschaftler haben errechnet, daß es für die Amur-Tiger keine Rettung mehr gibt, wenn die Gesamtzahl unter 120 Exemplare sinkt. (MBL, 9 b) |