Teske-Oberschule

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Teskeling

Taschentücher

Tempo-, Softies- oder Solotaschentücher - das sind wohl heute die bekanntesten Taschentücher in Deutschland. Aber woher kommt denn eigentlich dieses weiße quadratische Ding?!

Nun, es war ursprünglich ein Ziertuch und soll in Italien im 16. Jahrhundert erfunden worden sein. Damals hieß es dort Fazzoletto und war ein Accessoire für Adlige. Es bestand aus Seide oder Batist und war mit Spitzen besetzt. Manche meinten sogar, daß man daran den Charakter einer Frau erkennen könnte. (Wie das wohl möglich war?!!!)

Eine andere Erklärung lautet, daß es ein deutscher Rabbi bereits im 14./15. Jahrhundert unter die Menschen gebracht haben soll. Jacob Ben Moses Halewi Molin (genannt Abraham von Worms) soll in einer Synagoge ein Taschentuch benutzt haben, um den lästigen Schnupfen loszuwerden. Die Menschen dachten, er hätte einen Spleen. Ein Taschentuch bei Schnupfen zu benutzen, war außergewöhnlich. Hatte jemand Schnupfen, so benutzte er den Daumen und den Zeigefinger oder strich die Nase am Ärmel oder der Hutkrempe ab!

Am Ende der Französischen Revolution benutzten auch Bürger das Taschentuch. In Deutschland waren es die Beamtenfamilien, die als erste das Vergnügen mit dem Taschentuch hatten. Damals maß die Seitenlänge eines normalen Taschentuches ganze 80 cm. Für den Besitzer war es ein Statussymbol.

Meistens gehört zum Schnupfen auch das Niesen. Das Niesen galt als etwas Schreckliches. 1520 soll es eine Seuche gegeben haben, die mit einem Niesen anfing und mit dem Tode endete. Traf man einen Niesenden, so sagte man zu ihm "Nun helfe dir Gott!". Heute wünscht man in Deutschland meistens "Gesundheit!" In anderen Ländern gilt Niesen als unfein, als etwas, das man diskret "überhört" bzw. für das sich der Niesende entschuldigen muß.

Geheimtips gegen Schnupfen gab es zahlreiche. So wurde z. B. das Schnüffeln an einer Socke empfohlen, die ihre Wirkung allerdings erst dann zeigen sollte, wenn sie bereits eine ganze Woche lang getragen worden war. Auch war es üblich, einem Freund in den Schuh zu schneuzen. Außerdem versuchte man es mit Einreiben der Fußsohlen mit Branntwein. (Ich bezweifle, ob irgend etwas davon wirklich half!)

Viel, viel später wurde es zur Angewohnheit, einem Reisenden mit einem Taschentuch zum Abschied nachzuwinken. Das sollte ihm Glück bringen. In Bayern und Tirol war es stattdessen Brauch, dem Abreisenden Schuhe oder Pantoffel nachzuwerfen. Auch dieses sollte zum Glück verhelfen. Nun frage ich mich, was wohl war, wenn man von einem fliegenden Schuh oder Pantoffel getroffen wurde. War man dann vielleicht überglücklich?

Stofftaschentücher werden heute meist nur in ihrer ursprünglichen Funktion als Ziertücher benutzt. Bei Schnupfen verwendet man fast ausschließlich Papiertaschentücher, damit die ständige Selbstinfektion unterbunden wird.


(Eva Artemiak, 10 b)


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