Teske-Oberschule

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Teskeling

Die Sonne

Die Sonne ist der wichtigste Himmelskörper für uns. Sie ist Lebensspender und Kraftquelle für Mensch und Natur. Die Sonnenstrahlung ist maßgebend für den Wärmehaushalt der Erde und damit für Klima und Wetter, als Energiequelle ist sie die Grundlage allen Lebens auf unserer Erde. Ohne ihren ständigen Energiefluß wäre ein Leben auf der Erde unmöglich.

Schon immer spielte die Sonne auch eine Rolle in der Kulturgeschichte, im Denken der Menschen. Kaum eine Religion lebte ohne "ihren" Sonnengott: SOL (röm.), HELIOS (griech.), RE (ägypt.), SURYA (ind.). Man verehrte die Sonne als Lebensspender, als Quelle des Lichts und als siegreicher Gegner der Finsternis. Der Lauf der Sonne im Tages- und Jahresablauf wurde ängstlich erwartet und festlich begangen. Die Sonnenwende wird z. T. heute noch rituell gefeiert. Die Verehrung der Sonne ist so alt wie die Menschheit.

Wenn die Sonne eine so große Bedeutung für uns Menschen hat, dann sollte man eigentlich etwas mehr über sie wissen.

Hier zunächst einmal einige Zahlen:
Der Durchmesser der Sonne beträgt 1,4 Millionen Kilometer. Damit ist sie 109 mal größer als die Erde und 400 mal größer als der Mond. Von der Erde aus gesehen merkt man den Größenunterschied zwischen Sonne und Mond kaum. Das liegt an der unterschiedlichen Entfernung von der Erde. Die Sonne liegt etwa 150 Millionen Kilometer entfernt, der Mond nur (!) etwa 400000 Kilometer, d. h. die Sonne ist 375 mal so weit entfernt wie der Mond. Sie hat eine Masse von 2000 Quadrillionen Tonnen (eine Quadrillion hat 24 Nullen!). Das entspricht 333000 Erdmassen. Die Temperaturen auf der Oberfläche der Sonne betragen angenehme 5800 Grad. Im Inneren ist es etwas heißer, da brodelt die Hitze um 16 Millionen Grad.

Die Sonne bildet mit ihren neun Planeten, Milliarden von Kometen und Meteoriten das Sonnensystem. Die Planeten MERKUR, VENUS, ERDE, MARS, JUPITER, SATURN, URANUS, NEPTUN und PLUTO umlaufen die Sonne mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und drehen sich dabei gleichzeitig um ihre eigene Achse. Sie sind zwischen 58 Millionen (Merkur) und 6 Milliarden Kilometer (Pluto) von der Sonne entfernt. Man kann sich die Reihenfolge mit diesem Satz ganz einfach merken: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten. Die meisten Planeten waren schon im Altertum bekannt. Erst in der Neuzeit wurden entdeckt: Uranus (1781), Neptun (1846), Pluto (1930).

Die Sonne ist ein gigantischer Gasball, der aus ¾ Wasserstoff und ¼ Helium besteht. Ihr Kern bildet die Energiequelle. In Form von Strahlen strömt die Energie an die Oberfläche und durchdringt dabei die Schichten der Chromo- und Photosphäre. Die äußere Atmosphäre heißt KORONA und ist eine Art heller Strahlenkranz. Die Sonne ist vor etwa 5 Milliarden Jahren aus einer Gaswolke (Wasserstoff) entstanden. Das Gas verdichtete sich, vermutlich durch einen Strudel, der immer mehr Materie anzog. Wissenschaftler schätzen, daß die Sonne noch weitere 5 Milliarden Jahre leben wird. Dann wird ihr Wasserstoffvorrat - die Voraussetzung zur Energieproduktion - aufgebraucht sein. Der Gasball wird sich langsam abkühlen, in sich zusammenfallen und schließlich sterben. Auf der Erde wird es dann rabenschwarz und eisig kalt sein. Unser Planet wird zu einer toten, vor Kälte erstarrenden Gesteinskugel absterben. Eine durchschnittliche Temperatur von -270 Grad wird jegliche Existenz auf der Erde auslöschen.

Noch aber ist es nicht soweit. Noch wird die Sonne für lange Zeit Licht und Energie liefern. Wie wird eigentlich diese Energie erzeugt? Im Inneren der Sonne herrschen nicht nur unvorstellbar hohe Temperaturen, sondern auch ein enorm hoher Druck (2000 Atmosphären). Dies führt zu einer Kernfusion. Dabei wird Wasserstoff in Helium umgewandelt und es werden riesige Energiemengen freigesetzt.

Nun müssen die Sonnenstrahlen nur noch zur Erde, also eine Distanz von 150 Millionen Kilometern überwinden. Sie brauchen dazu per Lichtgeschwindigkeit (300000 km/sec) nur acht Minuten. Die Sonnenstrahlung, die uns erreicht, entspricht im Jahr ca.1,5 Trillionen (18 Nullen!) Kilowattstunden.

Die Sonnenstrahlen bestehen aus dem sichtbaren Licht (50 %), der Infrarotstrahlung. (44 %) und den ultravioletten Strahlen A, B und C, die pflanzliche, tierische und menschliche Zellen schädigen können. Die Infrarotstrahlen erwärmen die Haut. Wenn wir zuviel davon bekommen, erscheint ein Warnsignal: die Haut rötet sich! Die UV-B-Strahlen dringen bis in die Basalschicht der Haut vor. Zum Schutz vor diesen UV-Strahlen produzieren die Pigmentzellen vermehrt den Farbstoff Melamin. Die Haut färbt sich, der Mensch wird "braun". Je nach Hauttyp kommt es früher oder später zu einem Sonnenbrand und 20 - 30 Jahre danach eventuell zu Hautkrebs. Die UV-A-Strahlen erreichen sogar die Lederhaut und führen zu Faltenbildung und vorzeitiger Hautalterung. Die UV-C-Strahlen gelten als extrem gefährlich für die Haut. Sie werden zum Glück fast vollständig von der schützenden Ozonschicht über der Erde geschluckt. Nun weiß man aber, daß die Ozonschicht vor allem durch Treibgase (FCKW) aus Spraydosen, Kühl- und Klimaanlagen, Schaumstoffen und Lösungsmitteln bereits so stark geschädigt ist, daß vor allem auf der Südhalbkugel der Erde bereits regelrechte "Ozonlöcher" entstanden sind. Südamerika, Australien und Neuseeland sind besonders davon betroffen. Die Hautkrebsrate hat dort so stark zugenommen, daß die Menschen davor gewarnt werden, sich der Sonne auszusetzen. Man hält sich überwiegend im Schatten auf und schützt vor allem die Kinder bei Sonne nicht nur durch Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, sondern auch mit leichter Kleidung und Sonnenhüten, die auch den Nacken bedecken. Aber selbst in unseren Breitengraden ist die Ozonkonzentration verringert, das Hautkrebsrisiko nimmt von Jahr zu Jahr zu. Der Trend geht auch bei uns weg vom knackigen Braun hin zur sanften Tönung der Haut. "Bleich" ist heute "in", steht für gesundheitsbewußtes Verhalten und wird nicht mehr automatisch mit schlechtem Urlaubswetter gleichgesetzt.

Richtig dosiert sind die UV-Strahlen übrigens wahre Fitmacher und heben die gute Laune. Wer hat das noch nicht erlebt, daß wir Menschen nach einer Reihe von regnerischen und kühlen Tagen beim ersten Sonnenstrahl wieder richtig aufleben. Die UV-Strahlen aktivieren Kreislauf und Atmung, steigern den Sauerstoffgehalt im Blut und regen den Stoffwechsel an. Sie wirken entspannend, weil sie die Produktion des Streßhormons Adrenalin verringern. Alles sieht wieder freundlicher aus, wir könnten Bäume ausreißen!

P.S. Wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Geraden stehen, dann bedeckt der Mond die Sonne und eine totale Sonnenfinsternis tritt ein. Da dieses Ereignis nur alle 200 Jahre passiert, würde ich euch vorschlagen, daß ihr es am 11. 8. 1999 beobachtet.

(Eva Artemiak, 10 b)


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