Teske-Oberschule

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Teskeling

Ersticken wir im Müll?

Das Problem mit den Verpackungen

Habt Ihr schon gehört,
- daß in jedem Jahr nur allein in Berlin 2,5 Millionen Tonnen Abfall zusammenkommen? Die Menge ist so groß, daß man das Olympiastadion damit achtmal bis zum Rand füllen könnte.

- daß der Anteil an Hausmüll an der Gesamtabfallmenge riesig ist, weil jeder Berliner, vom Säugling bis zum Greis jährlich 340 kg Hausmüll produziert?

- daß 50 % des Hausmülls aus Verpackungen besteht?

- daß der gesamte Verpackungsmüll, den wir in Deutschland jedes Jahr produzieren, auf Güterwaggons verladen, einen Zug von 2000 km Länge ergeben würde? Die Lokomotive stünde dann im spanischen Barcelona und der letzte Wagen noch am Brandenburger Tor in Berlin.

Weil wir das alles auch nicht wußten, haben wir uns im Kurs 8 C mit dem Thema "Verpackungen" beschäftigt.

Zuerst haben wir uns überlegt, wie früher Waren verkauft und verpackt wurden. Zur Zeit des "Tante-Emma-Ladens" - so nennt man liebevoll die kleinen Lebensmittelgeschäfte an der Ecke - wurden die Lebensmittel in Papiertüten oder Pergament und Zeitungspapier verpackt. Zu dieser Zeit gab es in den Geschäften keine Selbstbedienung, und die Waren wurden im Geschäft abgewogen. Beim Transport wurden die Waren gelegentlich beschmutzt und beschädigt. Früher sind die Menschen auch mit einer Milchkanne in den Laden gegangen und haben sich die Kanne auffüllen lassen. Heute ist alles ganz anders. In fast jedem Geschäft oder Kaufhaus gibt es die Selbstbedienung. Die meistens Waren sind in Pappkartons, Kunststoffbehältern, Folienbeuteln, Dosen, Flaschen und Gläsern verpackt. So sind sie bequemer zu stapeln und sind leichter zu transportieren. Außerdem sind die Waren dadurch vor Verunreinigungen und Beschädigungen besser geschützt. Heutzutage würde niemand mit einer Milchkanne in ein Geschäft gehen und sich die Kanne auffüllen lassen, sondern wir kaufen die Milch in einem Pappkarton oder bestenfalls in einer Glasflasche.

Jahrzehntelang hat sich kaum jemand Gedanken über die zunehmende Verpackungsflut gemacht. Rein in den Mülleimer, die Müllabfuhr kommt ja einmal in der Woche und "beseitigt" den lästigen Abfall!

Aber: Unsere Mülldeponien sind voll, Müllverbrennungsanlagen sind teuer, und wer will schon eine in seiner Nähe haben?

Was also tun?

Soviel ist klar: Viele Verpackungen werden nicht mehr ausschließlich für ihren ursprünglichen Zweck, die Ware vor Verschmutzungen und Beschädigungen zu schützen, eingesetzt. Vielmehr sind sie so gestaltet, daß sie bei uns bestimmte Gefühle und Erwartungen auslösen, damit wir zum Kauf angeregt werden.

Wir haben uns im Unterricht verschiedene Verpackungstypen angesehen.

Viele Verpackungen sind "Mogler". Sie sind im Verhältnis zum Inhalt zu groß. Meistens fällt uns das gar nicht auf, weil sie Hohlböden, doppelte Wandungen, sehr große Verschlußkappen oder Kunststoffeinsätze haben. Mogelpackungen findet man häufig bei Kosmetikartikeln und Pralinenschachteln.

Wir wollten das überprüfen, und haben deshalb im Unterricht zwei Pralinenschachteln untersucht, eine von "Sarotti" und eine von "Trumpf". Beide Schachteln sahen von außen fast gleich groß aus, und das Gewicht des Verpackungsmaterials war auch bei beiden gleich groß. Aber in der Schachtel von "Trumpf" waren 400 g Pralinen und in der von "Sarotti" nur 200 g. Wie geht das? Ganz einfach! Der Pappkarton von "Sarotti" war dicker und die Pralinen lagen in einem Formeinsatz mit breiten Zwischenstegen und großen Hohlräumen. Geschmeckt haben uns übrigens beide Sorten.

Bei den "Unehrlichen" versprechen uns Bild oder Text auf der Verpackung mehr als der Inhalt erfüllt. So haben wir uns im Unterricht einen fertig verpackten Rindfleischsalat angesehen. Auf der Vorderseite waren mehrere ganze Rindfleischscheiben mit Gemüse und Eiern abgebildet. Doch in der Packung war nur 30 g (!) kleingehacktes Rindfleisch mit gemischtem Gemüse. Eier waren überhaupt nicht drin. Die Fleischeinwaage war zwar auf der Verpackung angegeben, aber nur ganz klein!

Problematisch sind auch die "Konsumzwinger". Wir gehen z. B. in den Supermarkt und wollen ein Trinkpäckchen kaufen. Aber es gibt nur Trinkpäckchen im Zehnerpack. So müssen wir mehr als gewollt kaufen und werden natürlich dann auch mehr verbrauchen. Solche Großpackungen kommen oft bei Toilettenpapier, Haushaltspapier, Getränkedosen und Stiften vor. Zu den Konsumzwingern gehören auch Verpackungen, die sich nicht wieder verschließen lassen oder die nicht standfest sind. In diesem Fall sind wir gezwungen, die gesamte Warenmenge sofort zu verbrauchen.

Also Leute, wenn ihr das nächste Mal in den Supermarkt geht, dann paßt auf und guckt euch alles genau an, bevor ihr etwas kauft!

An den "Moglern" haben wir gesehen, daß viele Verpackungen zu groß sind. Manche Produkte sind sogar mehrfach verpackt. Wenn man Verpackungsabfälle vermeiden will, sollte man solche Waren im Regal stehen lassen.

Aber es gibt auch unvermeidbare Verpackungen, und die sollen nach der Verpackungsverordnung vom Verursacher - Hersteller bzw. Handel - zurückgenommen und dem Recycling zugeführt werden. Damit nun nicht jeder Kunde seine gebrauchten Folien, Joghurtbecher, Getränkekartons, Dosen usw. in den Laden zurückbringt, wurde 1990 das "Duale System" gegründet. Dieses ist zuständig für die getrennte Sammlung und Verwertung von Verpackungen mit dem "Grünen Punkt", den nur wiederverwertbare Verpackungen erhalten können.

Verpackungen mit dem "Grünen Punkt" aus Kunststoff, Verbundmaterial und Metall gehören in die gelbe Wertstoff-Tonne. Von Anfang an begegnete das Duale System harter Kritik. Umweltschützer bezweifelten, ob es was nützen würde, denn damit wird der Müllberg nicht kleiner, und außerdem ist das Recycling teuer und gerade bei Kunststoffverpackungen technisch schwierig. Aber durch diese Kritik erhielt das Duale System auch einen enormen Bekanntheitsgrad. Die Deutschen gelten inzwischen als Weltmeister beim getrennten Sammeln.

Besser als das getrennte Sammeln wäre es jedoch, gleich Verpackungsabfälle zu vermeiden, indem man z. B. keine Getränke in Dosen kauft.

Hier einige weitere Tips:

Benutzt bei Feten kein Plastikgeschirr oder Pappteller. Porzellanteller und Gläser lassen sich schnell spülen und immer wieder verwenden.

Kauft eure Cola und Sprite in Mehrwegflaschen, die kann man nämlich bis zu 40mal wiederverwenden.

Verzichtet beim Einkauf auf Plastiktüten, nehmt lieber eine Einkaufstasche mit. Sollte diese einmal nicht reichen, dann kauft lieber einen Stoffbeutel, der kostet nicht viel und hält viel länger.

Kauft keine einzeln verpackten Mini-Portionen Süßigkeiten. Sie sind meist teurer als die Normalpackung und vergrößern den Müllberg.

Verzichtet bei Kosmetikartikeln und Pralinenschachteln auf große Luxus- oder Geschenkverpackungen.


(Evi, Mandy, Markus, Nader, Stone, Timur, Yilmaz, Kurs 8 C)


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