Teske-Oberschule

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Teskeling

Die Chinesische Mauer

Man kann die Chinesische Mauer vom Mond sehen, da sie das größte Bauwerk der Erde ist. Sie ist 6000 km lang, an der höchsten Stelle 16 m hoch und 5 m breit. Sie ist aus dem gebaut, was die Natur uns Menschen gibt: Steine, Lehm, Erde und Holz.

Die Chinesische Mauer erstreckt sich über 1/20 des Erdumfangs! Sie reicht vom Pazifik bis zur Wüste Gobi und schlängelt sich wie ein Riesenbandwurm über Ebenen und durch Täler. Alle 200 Meter ragen riesige Wehrtürme in den Himmel. In ihnen verschanzten sich die Soldaten, und es wurden hier Waffen gelagert. Die höchsten Türme dienten auch als Leucht- und Signaltürme. Beim feindlichen Angriff gab man am Tage Rauchzeichen (wie bei den Indianern) und nachts loderten riesige Feuer, die man meilenweit sah.

Bis heute rätseln Forscher, warum die Mauer so geheimnisvoll verläuft. Eine jahrtausendealte Theorie: Die Mauer folgt dem gewundenen Flug eines Himmelsdrachens...

Aber warum wurde sie gebaut?

Alles begann im 3. Jahrhundert vor Christus. Damals bestand China aus sechs Fürstentümern, die untereinander verfeindet waren. Zum Schutz vor Überfällen hatte jeder Fürst für sich eine Mauer gebaut!

Im Jahre 246 v. Chr. bestieg ein Kind den Thron des halbzivilisierten Ts'in-Reichs im Westen. Er war der Sohn einer Tänzerin und Tempel-Prostituierten. Der König hatte sie kennengelernt, als sie schon schwanger war. Der Thronerbe, dessen Vater niemand kannte, soll eine spitze Nase gehabt haben, Schlitzaugen, eine Hühnerbrust, eine Wolfsstimme und ein Tigerherz. Trotz seiner nur 13 Jahre war er schon ein großer Feldherr. Er eroberte ganz China und metzelte 400000 feindliche Soldaten nieder. Als Alleinherrscher nahm er den Titel Ts'in Schi-Huang-Ti (Erster Erlauchter Kaiser von Ts'in) an und schaffte die vielen Mauern ab, die sein Reich unterteilten. Nur die im Norden gelegenen Mauern sollten bleiben und wurden nach Osten und Westen verlängert. Alles, was nördlich der "Grenze" lag, war Barbarenland! Was südlich von ihr lag, hieß fortan China.

Die Feinde der Chinesen waren wilde Völker, die wie Tiere lebten, umherziehend, tötend, plündernd. Die grausamsten von ihnen waren die Mongolen und die Mandschus.

Wer hat die Chinesische Mauer gebaut?

Millionen Arbeiter waren dafür nötig. Damals lebten in China 57 Mio. Menschen.

Der erste Abschnitt wurde von 300000 Soldaten errichtet, danach wurden Hunderttausende Bauern zwangsverpflichtet. Die dritte Gruppe bildeten Mörder und andere Verbrecher, die ihre Vergehen an der Mauer sühnen mußten.

Die Arbeit war die Hölle. Es gab keinerlei technische Hilfsmittel. Steine, Sand, Kies, Holz und Ziegel wurden entweder in Körben auf den Rücken geschnallt oder mit den bloßen Händen geschleppt.

In den Arbeitslagern wimmelte es von Ungeziefer. Im Sommer arbeiteten die Männer nackt, im Winter waren sie in Häute und Lumpen gehüllt. Millionen starben an Unterkühlung, an Krankheiten, Erschöpfung und Hunger. Ihre letzte Ruhe fanden sie in den Fundamenten - zusammen mit jenen, die man lebendig einmauerte, weil sie nicht hart genug arbeiteten! Deshalb wird die Chinesische Mauer auch "der längste Friedhof der Welt" genannt.

Über 2000 Jahre wurde an der Mauer gearbeitet, repariert und verändert. Ihre endgültige Länge von 6000 km (sechsmal die Länge von Deutschland) erhielt sie erst unter den Ming-Kaisern (1368 - 1644). Sie bleibt eine ewige Erinnerung daran, was der Mensch zu leisten fähig ist.

Wenn UFOs einmal unseren blauen Planeten aus dem Weltall ansteuern, werden sie als erstes die Mauer entdecken...

P.S. Heute sind 60 Prozent der Mauer zerstört. (MBL, 10 b)


Haberling-Team - Letzte Änderungen: 6.2.1997

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